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Andhra Pradesh, Indien

Aktuelle Ereignisse · Tropischer Wirbelsturm · 26. Oktober 2026

Zyklon Arnab: langsamer Landfall bei Yanam in Andhra Pradesh

Arnab, der erste benannte Zyklon der Saison 2026 im nördlichen Indischen Ozean, überquerte am 28. Oktober die Küste von Andhra Pradesh und Yanam und kam dort fast zum Stillstand. Hier sind die bisher gemeldeten Zahlen und ihre Einordnung in die Geschichte dieser Küste.

222 km/hSpitzenwind
4Saffir-Simpson-Kategorie
0Menschen im Bereich der Orkanböen
RotGDACS

Aktualisiert am 31. Oktober 2026 · Alle Zeiten in UTC.

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Die wichtigsten Daten

Zeit
26. Oktober 2026, 00:00 UTC
Spitzenwind
222 km/h
Saffir-Simpson-Kategorie
4
Warnstufe
GDACS: Rot
Status
aktiv
Koordinaten
15.70, 82.60
Quelle
GDACS

Vom Tief über dem Golf von Bengalen zum langsamen Landfall

Arnab entstand am Morgen des 23. Oktober 2026 als Tiefdruckgebiet über dem mittleren Osten und dem angrenzenden Südosten des Golfs von Bengalen. Das indische Wetteramt (India Meteorological Department, IMD) stufte das System in den frühen Morgenstunden des 26. Oktober zum Zyklonsturm hoch, dem ersten der Saison, wie Down To Earth berichtet. Danach verstärkte es sich rasch. Nach Angaben des IMD nahm die Windgeschwindigkeit binnen eines Tages um etwa 74 km/h zu.

Satellitenbild von Arnab als Tropensturm über dem Golf von Bengalen am 26. Oktober 2026 um 02:37 UTC
Satellitenbild von Arnab als Tropensturm über dem Golf von Bengalen am 26. Oktober 2026 um 02:37 UTC

Seinen Höhepunkt erreichte der Sturm am Abend des 27. Oktober: Das IMD schätzte den mittleren Dauerwind auf 150 bis 160 km/h mit Böen bis 180 km/h. Arnab zog nach Westnordwesten auf den Küstenabschnitt zwischen Narsapur und Kakinada zu. Die Dünung reichte weit über die Zugbahn hinaus: Am 27. Oktober schlugen in Chennai Wellen über eine Ufermauer, eine Küstenstraße wurde dort vorübergehend gesperrt.

Arnab über dem Golf von Bengalen im Anmarsch auf die indische Küste, 27. Oktober 2026, 08:05 UTC
Arnab über dem Golf von Bengalen im Anmarsch auf die indische Küste, 27. Oktober 2026, 08:05 UTC

Der Landfall begann am 28. Oktober gegen 1:30 Uhr IST nahe Narsapur. Um 5:30 Uhr IST verortete das IMD das Zentrum bei 16,4° N, 82,0° O, rund 45 km südsüdwestlich von Yanam, und bezeichnete es als nahezu ortsfest, wie The Week berichtete. Der Sturm überquerte die Küste südwestlich von Yanam zwischen etwa 2:00 und 8:30 Uhr IST; abgeschlossen war der Landfall rund 20 km ostnordöstlich von Narsapur. Für das Landfallgebiet gab das IMD Windgeschwindigkeiten von 125 bis 135 km/h mit Böen bis 150 km/h an und warnte vor einer Sturmflut von 1,5 bis 2,5 m über dem normalen Gezeitenstand, wie Reuters über The Kathmandu Post meldete.

Live-Berichterstattung von CNBC-TV18 über Arnabs Landfall und den Starkregen in Andhra Pradesh und Chennai

Nach dem Landfall legte Arnab in sechs Stunden nur etwa 30 km zurück. Ein Sturm, der verharrt, regnet sich immer wieder über denselben Distrikten ab; im Küstengebiet von Andhra Pradesh fielen bis zu 263 mm. Bis zum 29. Oktober hatte er sich zu einem ausgeprägten Tief (Deep Depression) über dem nördlichen Küstengebiet von Andhra Pradesh, dem Süden Odishas, dem Süden Chhattisgarhs und dem Nordosten Telanganas abgeschwächt. Am 30. Oktober wurde daraus ein Tiefdruckgebiet (Depression). Seine Reste brachten Starkregen nach Südbengalen, wo auf Sagar Island in den 24 Stunden bis 8:30 Uhr IST 81,8 mm gemessen wurden.

Arnab schwächt sich nach dem Landfall über Andhra Pradesh ab, Satellitenbild vom 28. Oktober 2026, 07:47 UTC
Arnab schwächt sich nach dem Landfall über Andhra Pradesh ab, Satellitenbild vom 28. Oktober 2026, 07:47 UTC
Satellitenbild von Arnab (unten links) und einem separaten System, 90B (oben rechts), über der Ostküste Indiens am 28. Oktober 2026
Satellitenbild von Arnab (unten links) und einem separaten System, 90B (oben rechts), über der Ostküste Indiens am 28. Oktober 2026

Kategorie 4 oder „sehr schwer“: zwei Messweisen, ein Sturm

GDACS gab die rote Warnstufe aus und führt Arnab mit 222 km/h in Kategorie 4. So hohe Werte hat das IMD nie veröffentlicht. Der Unterschied geht größtenteils auf die Methode zurück. Das US-amerikanische Joint Typhoon Warning Center (JTWC) arbeitet mit über eine Minute gemittelten Windgeschwindigkeiten; seine Zugbahndaten, dargestellt von RainViewer, weisen für den 27. Oktober um 12:00 UTC einen Höchstwert von 222 km/h und 940 hPa aus. Das IMD mittelt über drei Minuten, was niedrigere Werte ergibt; sein niedrigster geschätzter Kerndruck lag bei 973 hPa. Auf der IMD-Skala war Arnab ein Very Severe Cyclonic Storm (sehr schwerer Zyklonsturm), die dritthöchste Kategorie. Die GDACS-Angaben folgen der JTWC-Schätzung.

Gestützt auf die JTWC-Daten bezeichnete der Wetterblog Vagaries of Weather Arnab als stärksten Nachmonsun-Zyklon im Golf von Bengalen, seit Hudhud 2014 Visakhapatnam traf. Das ist die Einschätzung eines Blogs, keine offizielle Aussage des IMD.

Satellitenaufnahme von NOAA-20 (VIIRS): Zyklon Arnab trifft auf die Ostküste Indiens
Satellitenaufnahme von NOAA-20 (VIIRS): Zyklon Arnab trifft auf die Ostküste Indiens

Tote, Evakuierungen und Schäden (Stand: 30. Oktober)

Die Zahlen sind vorläufig und widersprechen sich. Bis zum 31. Oktober hatten weder die Landesregierung noch die nationale Katastrophenschutzbehörde (National Disaster Management Authority) noch das UN-Nothilfebüro OCHA eine konsolidierte Opferbilanz veröffentlicht.

  • Tote in Andhra Pradesh: 3 laut Narendra Singh Bundela von der Katastrophenschutztruppe NDRF am 28. Oktober (Al Jazeera); 5 laut dem Regierungschef des Bundesstaats, N. Chandrababu Naidu, am 28. Oktober (Xinhua); mindestens 7 laut dem Regierungschef in einem Bericht vom 30. Oktober (The News Minute). Als Ursachen werden unter anderem Stromschläge sowie umstürzende Bäume, Mauern und Strommasten genannt.
  • Tote in Odisha: mindestens 3, darunter ein neun Monate altes Baby, bei einem durch Regen ausgelösten Erdrutsch am 30. Oktober, wie Behördenvertreter der Nachrichtenagentur PTI sagten (ThePrint).
  • Evakuierungen: Mehr als 180.000 Menschen in Andhra Pradesh und Odisha wurden vor dem Landfall in Sicherheit gebracht, wie am 27. und 28. Oktober berichtet wurde. Am 28. Oktober hielten sich in Andhra Pradesh etwa 57.000 Menschen in Notunterkünften auf.
  • Überschwemmungen in Odisha: Mit Stand 30. Oktober waren etwa 50.000 Menschen in Ganjam, 30.000 in Gajapati und 12.000 in Kandhamal schwer betroffen; 313 Rettungsteams waren im Einsatz.

Eine Gesamtzahl von etwa 10 Toten ist möglich, war bis zum 31. Oktober aber von keiner offiziellen Stelle bestätigt. Zahlen zu Verletzten sind bislang nicht bestätigt.

Am schwersten trafen die Schäden die Landwirtschaft und das Stromnetz. Naidu zufolge wurden etwa 15.000 Strommasten umgerissen; die vorläufigen Verluste bezifferte er auf 4.600 Crore Rupien (46 Milliarden Rupien). In einem Brief an den indischen Innenminister Amit Shah, über den The Daily Pioneer berichtete, nannte er rund 70.900 Hektar beschädigte Reis- und sonstige Anbauflächen, etwa 10.450 Hektar überflutete oder beschädigte Gartenbaukulturen und mindestens 180 zerstörte Häuser. Ein anderer Bericht bezifferte die betroffene Fläche auf 224.489 Hektar in 14 Distrikten, mit rund 345.000 betroffenen Landwirten. Diese beiden Angaben zu den Ernteschäden wurden bislang nicht miteinander abgeglichen. Am stärksten litten die Kokos- und Bananenplantagen in Konaseema; in Visakhapatnam wurden vier Stadtbezirke überflutet.

Warum gerade dieser Küstenabschnitt

Indien hat zwei Zyklonsaisons, und Ende Oktober ist der Höhepunkt der Nachmonsunzeit. Systeme, die sich zu dieser Zeit über dem warmen Golf von Bengalen bilden, ziehen meist nach Westnordwesten in Richtung Andhra Pradesh und Odisha. Arnab folgte diesem Muster genau.

Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor, am 28. Oktober 2025, hatte Zyklon Montha dieselbe Küste nahe Kakinada und Narsapur überquert. Er war schwächer, mit einem Dauerwind von 90 bis 100 km/h. In Konaseema kam ein Mensch ums Leben, mehr als 76.000 Menschen wurden in Schutzräume gebracht.

Die ältere Bilanz ist weit düsterer. Der Zyklon von Andhra Pradesh im November 1977 tötete mindestens 10.000 Menschen, der Zyklon vom Mai 1990 mehr als 967. Im November 1996 traf ein Zyklon etwa 50 km südlich von Kakinada auf Land und beschädigte 647.554 Häuser, und der Superzyklon von Odisha 1999 forderte nach Zählung der indischen Regierung etwa 9.887 Todesopfer. Dass die Opferzahlen jüngerer Stürme so viel niedriger liegen, wird auf bessere Warnungen und Massenevakuierungen zurückgeführt. Vor Arnab hielt Andhra Pradesh in 20 Distrikten 2.131 Zyklonschutzräume bereit und wandelte mindestens 609 Schulen in Notunterkünfte um.

Was unser Simulator zeigt

Von HazardSim modellierte Windzonen um 15,7° N, 82,6° O, den für dieses Ereignis verwendeten GDACS-Punkt vor der Küste
Von HazardSim modellierte Windzonen um 15,7° N, 82,6° O, den für dieses Ereignis verwendeten GDACS-Punkt vor der Küste

HazardSim zieht einfache kreisförmige Windzonen um eine einzige Sturmposition. Für dieses Ereignis haben wir den GDACS-Punkt bei 15,7° N, 82,6° O vom 26. Oktober, 00:00 UTC, verwendet. Die Radien der Zonen betrugen 81 km für Windgeschwindigkeiten ab 119 km/h, 36 km ab 178 km/h und 26 km ab 209 km/h. In keiner von ihnen fand unser Modell auch nur einen Menschen in einem bei OpenStreetMap verzeichneten Ort.

Diese Null sagt nichts über die tatsächlichen Auswirkungen aus. Der Punkt liegt über offenem Wasser, südöstlich der Stelle, an der Arnab später auf Land traf, und unsere Kreise wandern weder mit der Zugbahn mit, noch schrumpfen sie, wenn sich der Sturm über Land abschwächt. Zudem berücksichtigt das Modell weder Regen noch Sturmflut oder Überschwemmungen, die hier einen Großteil der Schäden verursachten, darunter den Erdrutsch in Odisha. Es bietet einen schnellen ersten Überblick, keine Vorhersage.

Zugbahn von Arnab in 6-Stunden-Schritten, eingefärbt nach der maximalen mittleren Windgeschwindigkeit
Zugbahn von Arnab in 6-Stunden-Schritten, eingefärbt nach der maximalen mittleren Windgeschwindigkeit

Hilfe und der Regen danach

Naidu überflog am 29. Oktober den Distrikt Konaseema, kündigte für jede Hinterbliebenenfamilie eine freiwillige Hilfszahlung von 5 Lakh Rupien (500.000 Rupien) an und erklärte, Gutachterteams der Zentralregierung würden am 30. Oktober eintreffen. In Odisha konzentrierte sich die Hilfe auf die überfluteten südlichen Distrikte. Die IMD-Vorhersagen hatten zudem auf ein mögliches Zusammenwirken der Reste Arnabs mit einer Westwindstörung (Western Disturbance) hingewiesen, das im Norden Indiens und in Nepal Starkregen bringen könnte, wie es 2025 die Reste Monthas getan hatten.

Gemeinsame Zugbahnkarte von Arnab und dem separaten System 90B in der Saison 2026 im nördlichen Indischen Ozean
Gemeinsame Zugbahnkarte von Arnab und dem separaten System 90B in der Saison 2026 im nördlichen Indischen Ozean

Was der Simulator zeigt

Bei 222 km/h sieht das Windmodell Orkanböen (ab 119 km/h) im Umkreis von etwa 81 km um den Punkt auf der Karte; in diesem Kreis liegt kein Ort aus GeoNames. Der Punkt markiert die Stelle, an der die Zugbahn zum ersten Mal in die Nähe einer Großstadt kam.

Das ist ein vereinfachtes Modell, kein Schadensbericht. Die tatsächlichen Folgen hängen von Boden, Bebauung, Gelände und den Einzelheiten des Ereignisses ab.

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Quellen

Dieser Bericht wurde mit KI-Unterstützung aus den unten genannten Quellen zusammengestellt und mit den offiziellen Daten abgeglichen.

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