
Aktuelle Ereignisse · Tropischer Wirbelsturm · 1. November 2026
Zyklon Murasu trifft bei Ongole auf die Küste von Andhra Pradesh
Satellitenbild der Gegend
Murasu traf am frühen Morgen des 3. November 2026 im Distrikt Prakasam auf Land, weniger als eine Woche nach Zyklon Arnab. Der Sturm brachte Starkregen und überflutete Ackerland; bis zum 5. November wurden acht Todesopfer gemeldet.
Die wichtigsten Daten
- Zeit
- 1. November 2026, 00:00 UTC
- Spitzenwind
- 157 km/h
- Saffir-Simpson-Kategorie
- 2
- Warnstufe
- GDACS: Rot
- Status
- aktiv
- Koordinaten
- 14.80, 80.50
- Quelle
- GDACS
Was geschah
Murasu entstand über dem südwestlichen Golf von Bengalen. Laut einer Pressemitteilung des indischen Wetterdienstes (India Meteorological Department, IMD) verstärkte sich eine tiefe Depression am 1. November um 11:30 Uhr IST zum Zyklonsturm Murasu und zog dabei mit etwa 23 km/h nach Westnordwest. Das IMD rechnete damit, dass sich das System bis zum nächsten Morgen zu einem schweren Zyklonsturm entwickeln würde, was am 2. November auch eintrat.

Der Landgang erfolgte in der Nacht. Nach Angaben des IMD begann er am 3. November gegen 1 Uhr Ortszeit bei Ongole im Distrikt Prakasam; zwischen 3:30 und 5:30 Uhr IST überquerte der Sturm die Küste mit Windgeschwindigkeiten von 100 bis 110 km/h und Böen bis 120 km/h. Einigen Berichten zufolge lag der Landfallpunkt bei Kothapatnam, etwas weiter entlang desselben Küstenabschnitts. Bis zum 4. November hatte sich Murasu über Land zu einer Depression abgeschwächt.

Für Bapatla, Krishna und Prakasam wurde vor einer Sturmflut von 1 bis 1,5 m gewarnt. Andhra Pradesh, Telangana, Odisha, Chhattisgarh und Tamil Nadu wurden in Alarmbereitschaft versetzt; in Teilen von Andhra Pradesh sowie in Cuddalore (Tamil Nadu) blieben die Schulen geschlossen.
Die bisherigen Zahlen
Die gemeldete Zahl der Todesopfer stieg über drei Tage hinweg an, wie es in den ersten Meldungen nach einem Zyklon häufig vorkommt. Am 3. November sagte der Geschäftsführer der Katastrophenschutzbehörde von Andhra Pradesh (Andhra Pradesh State Disaster Management Authority, APSDMA) gegenüber Reuters, es seien keine Toten oder Verletzten gemeldet worden, wie Al Jazeera berichtete. Bis zum 4. November hatte die APSDMA laut The News Minute zwei Todesfälle bestätigt, beide im Distrikt Bapatla.
Eine am 5. November veröffentlichte vorläufige Bilanz des Bundesstaats nannte eine höhere Zahl: acht Tote, Stand 5. November, davon fünf in Bapatla, zwei in Guntur und einer in Palnadu. Dieselbe Bilanz, über die der Deccan Chronicle und IANS berichteten, führte außerdem auf:
- geschätzte Schäden von 1.918,55 Crore Rupien, nach rund 344 Crore in der Schätzung vom 4. November;
- 983 Häuser, 346 Boote und 220 Fischernetze beschädigt;
- Ernteschäden auf 143.122 ha, betroffen sind 186.063 Landwirte;
- Schäden im Gartenbau auf 6.749 ha, betroffen sind 12.586 Landwirte.
Nach Angaben der Behörden lassen sich die Ernteverluste erst 48 bis 72 Stunden nach dem Rückgang des Hochwassers genau beziffern. Am 4. November meldete die APSDMA 12.230 Menschen in Notunterkünften; 776 von 814 überwachten kleinen Bewässerungsteichen standen unter erhöhter Alarmstufe. Xinhua berichtete von 2.750 beschädigten Strommasten.
Eine weitere Meldung ist unbestätigt. Ein weniger etabliertes Medium berichtete am 5. November, vier Fischer aus Tamil Nadu seien ums Leben gekommen und fünf würden vermisst, nachdem ihr Boot vor Prakasam gekentert sei; sie sollen am 3. November ohne Meldung bei den Behörden aus dem Hafen von Nizampatnam ausgelaufen sein. Keine offizielle Stelle hat dies bestätigt, und es ist unklar, ob diese Todesfälle in der Zählung des Bundesstaats enthalten sind. Bis zum 6. November waren weder eine offizielle Zahl der Verletzten noch eine endgültige Opferbilanz veröffentlicht worden.

Warum diese Küste und warum der Regen so schwer wog
Oktober und November bilden einen Hauptgipfel der Zyklonsaison im Golf von Bengalen. Stürme, die im südwestlichen und westlich-zentralen Teil des Golfs entstehen, ziehen häufig nach Westnordwest auf die Küste von Andhra Pradesh und Tamil Nadu zu; genau diese Bahn nahm auch Murasu.
Der Zeitpunkt verschärfte die Schäden. Der sehr schwere Zyklonsturm Arnab hatte am 28. Oktober bei Narsapur und Yanam die Küste überquert; laut Xinhua kamen dabei in Andhra Pradesh und Odisha mindestens 12 Menschen ums Leben. In East Godavari waren bis zum 2. November 529,8 mm Regen gefallen. Da der Boden bereits gesättigt war, konnte von Murasus Regen kaum noch etwas versickern.
Die von The Daily Pioneer zitierten Niederschlagsdaten des Bundesstaats zeigen die höchsten Mengen nahe der Landfallzone: 198,01 mm in Naguluppalapadu, 182,25 mm in Kothapatnam und 119,75 mm in der Stadt Bapatla. Prakasam selbst wies noch ein kumulatives Niederschlagsdefizit von 58,6 % auf, sodass derselbe Regen, der anderswo Felder überflutete, dort die Trockenheit linderte.
Wie Murasu einzuordnen ist
Nach der Einstufung des IMD war Murasu ein schwerer Zyklonsturm, eine Klasse, die über 3 Minuten gemittelte Dauerwinde von 89 bis 117 km/h umfasst. Damit war er schwächer als Arnab, der in der Spitze 155 km/h erreichte. GDACS gab mit 157 km/h (Kategorie 2) einen höheren Wert an und rief für Indien die Alarmstufe Rot aus. Die beiden Zahlen sind unabhängige Schätzungen mit unterschiedlichen Mittelungsverfahren und sollten daher nicht als Widerspruch verstanden werden.
Dieser Küstenabschnitt wurde schon früher getroffen. Zyklon Michaung traf im Dezember 2023 bei Bapatla auf Land und forderte mindestens 17 Todesopfer. Zyklon Laila überquerte im Mai 2010 bei Bapatla die Küste, kostete etwa 25 oder mehr Menschen das Leben und traf Ongole und Prakasam schwer. Zyklon Montha brachte Ongole im Oktober 2025 rund 25 cm Regen. Weiter zurück liegt der Andhra-Pradesh-Zyklon von 1977, der mindestens 10.000 Menschen tötete. Bessere Warnungen und Evakuierungen haben die Opferzahlen seither drastisch gesenkt, und Murasus bislang einstellige offizielle Bilanz passt in dieses Muster.

Was unser Simulator zeigt
Das HazardSim-Modell ist bewusst einfach gehalten. Es übernimmt einen Punkt und einen Windwert von GDACS, zeichnet kreisförmige Zonen für Windschwellen und zählt die Einwohner der OpenStreetMap-Orte innerhalb jedes Kreises. Für Murasu haben wir die GDACS-Position vom 1. November, 00:00 UTC, bei 14,8° N, 80,5° O verwendet; sie liegt über dem Meer vor der südlichen Küste von Andhra Pradesh und deutlich südlich von Ongole.
Nur die 119-km/h-Zone hatte einen Radius, nämlich 53 km. Die Zonen für 178 und 209 km/h hatten keinen, weil die Winde des Sturms diese Werte nicht erreichten. Unsere Zählung der Einwohner von Orten innerhalb der 119-km/h-Zone ergab null: Von dieser frühen Position aus deckte der Kreis überwiegend offenes Meer ab.
Diese Null sagt nichts über die tatsächlichen Auswirkungen des Sturms aus. Das Modell verfolgt die Zugbahn nicht bis zum Landfall und berücksichtigt weder Regen noch Überschwemmungen oder Sturmflut, die hier den Großteil der Schäden verursachten. Die rote GDACS-Warnung spiegelt die gesamte vorhergesagte Zugbahn und die Bevölkerung entlang dieser Bahn wider.

Hilfsmaßnahmen und wie es weitergeht
Die Evakuierungen begannen am 2. November; geplant war, im ganzen Bundesstaat etwa 30.000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Rund 150 Schwangere und ältere Menschen in den Distrikten Bapatla und NTR wurden in Krankenhäuser und Gesundheitszentren gebracht. Laut The Hawk waren elf Teams der Katastrophenschutzkräfte des Bundesstaats (SDRF), 13 Teams der nationalen Katastrophenschutztruppe (NDRF) und 390 Feuerwehrleute im Rettungs- und Hilfseinsatz. Der Bundesstaat stellte den Distrikten 37 Crore Rupien für die Soforthilfe bereit. Indiens Innenminister Amit Shah telefonierte mit Chief Minister Chandrababu Naidu, der Lagebesprechungen abhielt und einen Besuch der betroffenen Gebiete plante.
Die genannten Zahlen sind vorläufig. Die Angaben zu den Ernteverlusten dürften korrigiert werden, sobald das Wasser von den Feldern in Bapatla, Prakasam, Guntur, Palnadu und Krishna abgeflossen ist. Ändert sich die offizielle Opferbilanz, aktualisieren wir diese Seite.


Was der Simulator zeigt
Bei 157 km/h sieht das Windmodell Orkanböen (ab 119 km/h) im Umkreis von etwa 53 km um den Punkt auf der Karte; in diesem Kreis liegt kein Ort aus GeoNames. Der Punkt markiert die Stelle, an der die Zugbahn zum ersten Mal in die Nähe einer Großstadt kam.
Das ist ein vereinfachtes Modell, kein Schadensbericht. Die tatsächlichen Folgen hängen von Boden, Bebauung, Gelände und den Einzelheiten des Ereignisses ab.
Im Simulator öffnenQuellen
- Offizielle Daten: GDACS
- GeoNames (CC BY 4.0): geonames.org
- India Meteorological Department: Press Release: Deep Depression intensified into Cyclonic Storm MURASU
- GDACS: GDACS Tropical Cyclone report MURASU
- Al Jazeera: Cyclone Murasu makes landfall on India's eastern coast
- The News Minute: Cyclone Murasu leaves 2 dead, damages 312 houses in Andhra Pradesh
- Deccan Chronicle: Naidu to Visit Cyclone-Hit Areas on Friday; Damage Estimated at Rs 1,918 Crore
- Vividh Bharathi / IANS: Andhra: Cyclone Murasu claimed eight lives, caused Rs 1,918 crore loss (IANS)
- The Hawk: Andhra: Cyclone Murasu claimed eight lives, caused Rs 1,918 crore loss
- The Daily Pioneer: Cyclone Murasu makes landfall near Ongole; power outages, crop damage reported
- Global Agriculture: Cyclone Murasu Floods Andhra Pradesh Farmland, Damages Standing Crops
Dieser Bericht wurde mit KI-Unterstützung aus den unten genannten Quellen zusammengestellt und mit den offiziellen Daten abgeglichen.
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