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Bonininseln, Japan

Aktuelle Ereignisse · Erdbeben · 24. Oktober 2026

Tiefes M7,0-Beben vor den Bonin-Inseln erschüttert Ogasawara und Tokio

Satellitenbild der Gegend · Esri, Maxar, Earthstar Geographics

Am 25. Oktober 2026 ereignete sich fast 500 km unter dem Meer westlich der Ogasawara-Inseln (Bonin-Inseln) ein starkes Erdbeben. Wegen der großen Herdtiefe waren die Erschütterungen an der Oberfläche schwach, es entstand kein Tsunami, und bis zum 25. Oktober wurden keine Schäden gemeldet.

M7,0Magnitude
473 kmTiefe
0Menschen in der Zone ab Intensität VI

Aktualisiert am 25. Oktober 2026 · Alle Zeiten in UTC.

Die wichtigsten Daten

Zeit
24. Oktober 2026, 02:09 UTC
Magnitude
7,0 (Mi)
Tiefe
473,0 km
Tsunami
keine
Koordinaten
28.00, 139.90
Quelle
USGS

Was westlich der Ogasawara-Inseln geschah

Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, ereignete sich gegen 11:10 Uhr japanischer Zeit unter dem Meer westlich der Ogasawara-Inseln (Bonin-Inseln) ein Tiefherdbeben. In UTC war es 02:09 Uhr am 25. Oktober. In den Vereinigten Staaten war noch Samstag: an der Ostküste 22:09 Uhr abends, auf Hawaii 16:09 Uhr. Unser eigener Ereignisdatensatz führt als UTC-Datum den 24. Oktober. Alle von uns geprüften Quellen nennen jedoch den 25. Oktober (UTC), und Koordinaten wie Herdtiefe stimmen überein. Es handelt sich also um dasselbe Beben, lediglich das Datum ist um einen Tag verschoben.

Laut Bulletin der Japanischen Meteorologischen Behörde (JMA) lag das Hypozentrum bei 28,0° N, 139,9° O in rund 470 km Tiefe; die vorläufige Magnitude betrug 7,0. NHK meldete binnen Minuten dieselben Werte und erklärte, es bestehe keine Tsunamigefahr.

HazardSim-Karte der modellierten Intensitätszonen um das Epizentrum westlich der Bonin-Inseln; alle Zonen haben einen Radius von null.
HazardSim-Karte der modellierten Intensitätszonen um das Epizentrum westlich der Bonin-Inseln; alle Zonen haben einen Radius von null.

Die stärksten Erschütterungen erreichten Stufe 3 auf der JMA-Intensitätsskala, gemessen in Chichijima-Mikazukiyama und auf Hahajima, beide in der zu Tokio gehörenden Gemeinde Ogasawara, wie Weathernews berichtet. Stufe 3 der japanischen Skala wird von den meisten Menschen in Gebäuden wahrgenommen und verursacht in der Regel keine Gebäudeschäden.

Vier Institutionen, mehrere Magnituden

Wer die Nachrichten verfolgt hat, ist womöglich auf Werte zwischen 6,3 und 7,0 gestoßen. Eine solche Streuung ist normal, wenn ein Ereignis rasch gemeldet und mit unterschiedlichen Methoden vermessen wird.

Die ersten Magnituden der Tsunamiwarnzentren werden in den ersten Minuten berechnet, um zu entscheiden, ob Küsten gewarnt werden müssen. Spätere Lösungen stützen sich auf mehr Stationen und längere Aufzeichnungen. Am Gesamtbild ändern diese Unterschiede nichts: ein starkes, sehr tiefes Beben mit geringen Auswirkungen an der Oberfläche.

ShakeMap des USGS zum Erdbeben vom 25. Oktober 2026 in der Region der Bonin-Inseln, dort geführt mit M6,5 in 492,4 km Tiefe.
ShakeMap des USGS zum Erdbeben vom 25. Oktober 2026 in der Region der Bonin-Inseln, dort geführt mit M6,5 in 492,4 km Tiefe.Foto: United States Geological Survey, Public domain, Wikimedia Commons

Warum Tokio mehr spürte als näher gelegene Orte

Erschütterungen der Stufe 1 oder 2 waren in einem breiten Streifen von Tohoku bis Tokai zu spüren, berichtete NHK. Im Tokioter Bezirk Chiyoda wurde laut tenki.jp Stufe 2 gemessen, Stufe 1 reichte im Norden bis in die Präfektur Aomori.

Für dieses Muster hat die japanische Seismologie einen eigenen Begriff: ijō shin'iki, anomale Intensitätsverteilung. Am Izu-Bonin-Graben taucht die Pazifische Platte steil unter die Philippinische Platte ab. Weathernews zufolge ereignete sich das Beben vermutlich im Inneren dieser tief abgetauchten Platte. Seismische Wellen breiten sich in der kalten, starren Platte effizient in Richtung Japan- und Izu-Bonin-Graben aus, weshalb weit nördlich gelegene Regionen wie Kanto und Tohoku stärkere Erschütterungen spüren können als Gebiete näher am Epizentrum. Tiefbeben lösen selten Tsunamis aus, weil die Energie Hunderte Kilometer unter dem Meeresboden freigesetzt wird, viel zu tief, um ihn anzuheben.

Vergleich mit früheren Tiefbeben in der Region

In dieser Region kommt es alle paar Jahre bis Jahrzehnte zu starken Tiefbeben. Japanische Aufstellungen auf Grundlage von JMA-Daten nennen Beben der Magnitude 7,2 im Jahr 1951 (490 km), 7,3 im Jahr 1968 (460 km), 7,1 im Jahr 1998 (467 km) und 7,2 im Jahr 2000 (445 km).

Maßstab ist das Beben vom 30. Mai 2015 mit Mj 8,1 und Mw 7,9 in rund 680 km Tiefe. Es war in allen 47 Präfekturen zu spüren und erreichte in Ogasawara und Kanagawa Stufe 5+. Rund ein Dutzend Menschen wurden leicht verletzt, überwiegend im Großraum Tokio, und in Saitama fiel kurzzeitig der Strom aus. Das Ereignis von 2026 war deutlich schwächer und erreichte höchstens Stufe 3.

Jüngere Beispiele aus der Nachbarschaft sind ein Tiefbeben der Magnitude 6,9 am 27. April 2024 und eines der Magnitude 6,3 am 8. Juli 2024; beide erreichten Stufe 3, Schäden wurden nicht gemeldet. Weathernews weist darauf hin, dass das Beben von 2026 das erste mit M7 oder mehr in diesem Gebiet seit 2015 war und zugleich das erste Tiefbeben dort seit dem 8. Juli 2024, das Stufe 3 oder mehr erreichte. In der auf JMA-Daten beruhenden Liste bei Yahoo! Weather ist es das stärkste der 69 für die Region aufgeführten Ereignisse.

Was unser Simulator zeigt

HazardSim zeichnet um ein Epizentrum kreisförmige Zonen für geschätzte Intensitäten von 6, 7 und 8 und zählt dann die Einwohner der OpenStreetMap-Orte innerhalb jeder Zone. Für dieses Ereignis ergibt sich mit der Magnitude Mi 7,0 und 473 km Tiefe für alle drei Zonen ein Radius von 0 km. Sie enthalten weder Orte noch Menschen.

Das liegt vor allem an der Tiefe. Ein Herd in fast 500 km Tiefe ist von jedem Punkt der Erdoberfläche weit entfernt, und unser vereinfachtes Modell lässt die Intensität mit dieser Entfernung abnehmen. Die Wellenleitung durch die abgetauchte Platte bildet das Modell nicht ab; die anomale Intensitätsverteilung, die Tokio und Tohoku leichte Erschütterungen bescherte, kann es daher nicht nachvollziehen. Zudem beruhen seine Zonen auf einer anderen Skala als die JMA-Intensität, sodass sich die beiden Zahlenreihen nicht direkt vergleichen lassen. In der Kernaussage stimmen Modell und Beobachtungen hier überein: Nirgends bebte die Erde so stark, dass mit Schäden zu rechnen war.

Die Folgen

Bis zum 25. Oktober 2026 lagen keine Meldungen über Tote, Verletzte, obdachlos gewordene Menschen oder Schäden vor. Japanische Berichte aus der ersten Stunde, darunter von NHK und Weathernews sowie von Xinhua verbreitete JMA-Angaben, nennen lediglich Intensitäten und den Tsunami-Status. Breaking The News meldete unter Berufung auf den USGS, es seien weder Sachschäden noch Opfer gemeldet worden. Offizielle Angaben zu Opfern von Japans Brand- und Katastrophenschutzbehörde (FDMA), der Präfekturverwaltung Tokio oder der Gemeinde Ogasawara haben wir nicht gefunden.

Die JMA gab keine Tsunamiwarnung aus. Das NTWC erklärte um 02:26 Uhr UTC unter Verweis auf die Herdtiefe, für Alaska, British Columbia und die US-Westküste bestehe keine Tsunamigefahr, und KITV berichtete, für Hawaii gelte keine Tsunami-Vorwarnung.

Der USGS registrierte am 25. Oktober um 02:36 Uhr UTC ein Nachbeben der Magnitude 4,8 bei 27,687° N, 139,739° O in 498,9 km Tiefe. Tiefbeben ziehen in der Regel weniger Nachbeben nach sich als flache Beben ähnlicher Stärke.

Was der Simulator zeigt

VI+0
VII+0
VIII+0

Bei dieser Tiefe und Entfernung zu den nächsten Orten findet das Modell keinen bewohnten Ort mit Erschütterungen über Intensität V.

Das ist ein vereinfachtes Modell, kein Schadensbericht. Die tatsächlichen Folgen hängen von Boden, Bebauung, Gelände und den Einzelheiten des Ereignisses ab.

Quellen

Dieser Bericht wurde mit KI-Unterstützung aus den unten genannten Quellen zusammengestellt und mit den offiziellen Daten abgeglichen.

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